Ein Aufenthalt in Istrien hinterlässt unauslöschliche Spuren im Gedächtnis von jedem, der die Magie der sanften grünen Hügel Nordistriens oder der Olivenhaine entlang des weiten blauen Meeres im Süden wenigstens kurzzeitig erlebt hat. Begegnungen mit der Natur, den wertvollen Bewohnern Istriens und den Erzeugnissen des Landes haben viele Reisende und Besucher auf der istrischen Halbinsel seit Jahrhunderten bereichert.
Bereits antike römische Schriftsteller priesen die Region Istrien, die reich an Olivenhainen und hochwertigem Öl war. Plinius der Ältere stufte das istrische Öl unter die besten Öle des Römischen Reiches ein, und Martial verglich seine Heimat mit der Qualität des istrischen Öls.
Viele angesehene römische Bürger, Senatoren und sogar Kaiser besuchten damals Istrien. Einige von ihnen gründeten in dieser Gegend Produktionsanlagen für Olivenöl, wie die Ölmühle in Barbariga im Süden Istriens, die zu dieser Zeit eine der größten im Mittelmeerraum war.
Andere wiederum gründeten Keramikfabriken zur Herstellung von Amphoren, die zur Lagerung von Öl dienten, so wie der römische Senator Gaius Laecanius Bassus. Er hatte eine große Amphorenfabrik in der Gegend von Fažana nahe Pula, deren Überreste heute in ganz Europa gefunden wurden. Diese Funde haben Aufschluss darüber gegeben, wohin das istrische Öl zur Zeit der Römer exportiert wurde.
Während der byzantinischen Zeit bezeichnete Cassiodorus Istrien als „regio olivis referta“, eine Region, die vor Olivenbäumen strotzte.
Im 16. Jahrhundert besuchte der Veroneser Bischof Agostino Valier auf Anordnung von Papst Gregor XIII. Istrien. Sein Bericht zeigt, dass der Olivenanbau und das Olivenöl im 16. Jahrhundert eine bedeutende Rolle im Leben der Menschen in Istrien spielten und dass sogar Gerichtsverhandlungen wegen der Olivenhaine abgehalten wurden.
Am Ende des 19. Jahrhunderts schrieb der französische Reiseschriftsteller Charles Yriarte über den Reichtum von Rovinj mit seinen zahlreichen Olivenbäumen und wie Boote aller Art nach Rovinj kamen, um die lokale Spezialität, das Olivenöl, zu kaufen.
Heute, genauso wie in der Vergangenheit, besuchen viele Naturliebhaber und Genießer von gutem Essen Istrien. Sie erkunden die Straßen des istrischen Olivenöls und besuchen das Haus des istrischen Olivenöls, um an Ölverkostungstouren teilzunehmen und die Aromen und Geschmacksrichtungen von echtem extra nativem Olivenöl zu verstehen.